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Malloca Rad-Tagebuch 2022

Prolog.

Beim Einchecken im Hotel am späten Abend des vorangegangen Tages merkte ich, wie ich mir diesen Urlaub vorgestellt hatte. Der freundliche Mann an der Rezeption hatte mir unter anderem erklärt, wo ich Handtücher für die Außenpools und den Strand bekommen kann. Meine unausgesprochenen Gedanken zu dieser Erklärung waren: „Wie kommt er auf die Idee, dass ich mich an den Pool oder den Strand legen würde? Ich bin zum Radfahren da!“ Etwas später, als ich mich in der Hotelanlage umsah, musste ich über mich selbst schmunzeln: „Du bist doch etwas besessen Peter.“

Tag 1.

Frühstück mit Ausblick

Nach dem Frühstück bin ich zur Abholung des Mietrades gegangen. Vor der Radstation standen schon andere Radfahrer an. Beim Reinschauen in die Station musste ich feststellen, dass ich noch nie so viele Rennräder an einer Stelle gesehen hatte.

Die Radübergabe verlief ohne große Probleme; ich habe auch noch die Zusatzversicherung für das Rad abgeschlossen, damit ich mir keine großen Gedanken machen muss, falls dem Rad etwas passiert.

Da es schon den ganzen Vormittag geregnet hat, hatte ich keine große Eile. Folglich bin ich der Versuchung erlegen und bin in den Assos Outlet Shop reingegangen. Hier habe ich auch etwas gefunden, was ich sowieso vorhatte, mir zu besorgen: die Assos Radhose für die Langdistanz (Assos T.Cento EVO Bib Long Distance). Diese Hose soll meine Haupthose für die Fahrt nach Kronstadt im Juni/Juli werden. Testen kann ich sie gleich nach meiner Rückkehr bei dem ARA Mittelhessen 400 km Brevet am 07.05.2022.

Gegen 12 Uhr war ich nach dem Shopping etc. endlich bereit, meine erste Runde auf der Insel zu drehen. Mit Komoot hatte ich eine Strecke von ca. 91 km erstellt. Trotz anhaltenden Regens bin ich losgefahren und die Entscheidung, meine GoreTex Shakedry Jacke mitzunehmen, erwies sich schon am ersten Tag als sinnvoll.

Der Regen war nicht so schlimm, es ging gut vorwärts. Bei der Ausfahrt von Artà habe ich eine Gruppe von 5-6 Fahrern bei einem kleinen Anstieg überholt. Danach bin ich auf meiner Route weitergefahren, blieb aber nach nicht zu langer Zeit stehen, da mein Garmin im Energiesparmodus war und mich nervte. Das Problem wollte ich nicht beim Fahren beheben. Während ich an meinem Garmin war, fuhr die Gruppe, die ich überholt hatte, an mir wieder vorbei. Garmin Problem behoben, fuhr ich weiter. Da es jetzt immer wieder kurze, aber doch recht steile Anstiege gab, bin ich bald wieder an besagter Fahrergruppe dran. Um nicht unfreundlich zu wirken, spreche ich sie auf Englisch an. Es waren auch tatsächlich eine Gruppe von Radfahrern von einer etwas nördlicheren Insel, die sich vor Kurzem von der EU losgesagt hatte.

Eine Weile fuhr ich neben der Gruppe und quatschte etwas mit ihnen. Da sie aber jeden Hügel doch etwas langsam fuhren, verabschiedete ich mich und fuhr meines Weges. Nach einer Weile waren die Anstiege vorbei und es ging bergab mit flachen Streckenabschnitten. Auf einer etwas offeneren Stelle, merkte ich beim Zurückschauen, in nicht zu weiter Ferne, wie die Kollegen Radfahrer aus der besagten Gruppe im Wechsel vorne fuhren. Zumindest nach meiner Wahrnehmung, hatten sie es darauf angelegt, mich „zu holen“.  Das konnte ich als überzeugter Europäer nicht so ohne weiteres geschehen lassen und erhöhte mein Tempo. Das Terrain war günstig, es gab wieder einen kleinen Hügel, und nach einigen km mit ordentlichem Tempo war von der Gruppe nichts mehr zu sehen.  

Die Route wurde jetzt auch etwas enger und verschnörkelter. Es hatte aufgehört zu regnen und ich konnte endlich die Regenjacke ausziehen. Stellenweise kam auch die Sonne raus und ich konnte noch einige Fotos schießen.

Bei einem Schaltvorgang hat sich die Kette am Kettenblatt verhakt und obwohl ich es schnell merkte und nicht mehr auf die Pedale trat, war der Umwerfer vorne gebrochen. Von Hand richtete ich die Kette auf das große Kettenblatt und fuhr weiter. Nach einem Kaffee-Stopp in Petra, bin ich dann wohlbehalten an der Reparaturstation von Huerzeler angekommen. Der gebrochene Umwerfer wurde schnell gewechselt.

Zum Test des neuen Umwerfers bin ich nach Sa Pobla gefahren. Es gab heftigen Gegenwind (gemäß Wetterbericht waren es Böen mit bis zu 50km) so dass ich mit ca. 19 – 20 km/h Schnitt nach Sa Pobla gekrochen bin. Auf der Rückfahrt bin ich fast gesegelt, mit teilweise über 50 km/h bin ich zurück zur Plaja de Muro. Da die Kette noch schleifte, wurde der Umwerfer noch etwas nachjustiert.

Noch etwas Wasser und Kleinigkeiten einkaufen, Abendessen und Zimmer in Ordnung bringen und Tag 1 war zu Ende.

92,85 km + 21,56 km

https://www.strava.com/activities/7028207692 + https://www.strava.com/activities/7028544312

Tag 2.

Die Kette schleift noch immer! Kein guter Start in den Tag zwei.

Tag zwei ist der erste Tag, an dem ich in einer Gruppe mit Guide mitfahre. Es ist Gruppe 6 für Fahrer Stärke 2, dafür hatte ich mich am Tag zuvor eingetragen. Guide der Gruppe ist Detlef Lüer (Daten der Guides sind in der Huerzeler App zu finden).

Die Gruppe besteht aus 11 Fahrern und dem Guide. Wie sich herausstellt, besteht die Gruppe aus einem Gemisch von Hamburgern, Schweizern, Niederbayern und einigen nicht weiter zuzuordnenden Deutschen.

Es ist Sonntag und traumhaftes Wetter. Es sind hunderte von Radfahrern in dem kleinen Abschnitt, der von mir einzusehen ist. Nach einer kurzen Besprechung (es stehen ca. 90 km mit hügeligem Gelände auf dem Programm) geht es los. Detlef bringt uns sicher aus dem Gedränge der unterschiedlichen Radgruppen auf etwas freiere Straßen.

Es ist sehr viel Polizei auf Motorrädern unterwegs. Leider wird auch schnell klar wieso. An einer Kreuzung liegt ein Motorrad auf der Fahrbahn und im Straßengraben ein Rennrad. Ein Blut überströmter Radfahrer sitzt am Boden, ein Motorradfahre ist bei ihm und auch Sanitäter sind schon da. Ich fahre mit einem etwas mulmigem Gefühl vorbei.

Das Tempo der Gruppe ist gut, es geht zügig vorwärts. Nach etwa 60 km gibt es eine Kaffee & Kuchen-Pause in San Juan (leider habe ich kein Foto vom Kuchen gemacht).  Nachdem sich alle etwas gestärkt hatten, ging es weiter.  Durch die Schleichwege, die wir fuhren, um den großen Gruppen aus dem Weg zu gehen, schienen es dann doch etwas mehr als 90 km zu werden.

Ca. 15 km vor dem Ziel gab es wieder einen kleinen Hügel. Diesmal gab Detlef freie Fahrt bis zu einem Stoppschild nach der Hügelkuppe. Da ich gerne Berge fahre, bin ich vorne weggefahren. Ich hielt mich aber zurück, um nicht gleich als Angeber abgestempelt zu werden.  Im oberen Bereich des Hügels schoss jedoch von hinten ein anderer Fahrer zu mir auf. Ich wollte es mir dann aber doch nicht nehmen lassen, als erster oben zu sein. Eine kleine Welle, die noch kam und die ich mit großem Kettenblatt und ordentlich Übersetzung gut mit Druck fahren konnte, hat mir dann den „Sieg“ um die Bergkrone gebracht.

Gruppe nach der Abfahrt

Am Stoppschild warteten wir auf alle Fahrer der Gruppe. Hier machten wir dann auch das obligatorische Gruppenfoto. Bei der Diskussion rund um das Gruppenfoto, stellte sich dann heraus, dass ich mit Abstand der jüngste Fahrer in der Gruppe war. Da war ich aber auf meine Bergfahrerkrone nicht mehr ganz so stolz.

Nach der Ankunft in Plaja de Muro – es sind dann 107 km geworden -,  gab es noch eine Runde Getränke im Bike Point. Da ich vom Radfahren noch nicht genug hatte, wollte ich noch eine Zusatzrunde drehen. Mit Jean-Claude aus der Schweiz habe ich noch einen Mitstreiter gefunden. Wir fuhren dann eine Runde über Porto Polenca – Polenca- Sa Pobla – Plaja de Muro.

Am Ende des Tages standen 154,67 km und ca. 1000 hm auf meinem Tacho. Ein guter Tag.

https://www.strava.com/activities/7034363743

Tag 3

Noch eine Schippe drauflegen mit der Gruppe vom Vortag.

Morgens um 9:45 ging es wieder los mit der Gruppe vom Vortag und mit Detlef als Guide. Es ging erstmal nach Polenca und von da hinauf auf den Calvari Berg zur gleichnamigen Kirche. Da saß auch schon wie versprochen ein spanischer Gitarrist und spielte spanische Volkslieder.  Der Himmel war blau und die Atmosphäre war für mich irgendwie erhebend. (P.S. ich war wieder als erster oben am Berg 😊).

Danach ging es hügelig weiter zu unserer Mittagspause in Sineu. Ein malerischer Ort! Leider waren in dem Stammlokal von Detlef alle Tische besetzt und so mussten wir in ein anderes Lokal ausweichen. Bedauerlicherweise war das Ausweichen nicht so gelungen, trotzdem habe ich eine Portion Nudeln gegessen, was mir Kraft zum Fahren gab.

Insgesamt empfand ich die Fahrt heute als angenehm. Alle fuhren geordnet in der Reihe, es gab außer zwei platten Reifen keine Zwischenfälle.

Nach 109,3 km gemäß meiner Garmin Aufzeichnung waren wir zurück an der Plaja de Muro. Da tranken wir noch in gemütlicher Runde einige Getränke im BOY. Nach meinen zwei Fanta Limon, verabschiedete ich mich von der Gruppe.

Kurz noch in der Apotheke eine Bepanthol Creme gekauft und aufs Zimmer gebracht. Danach habe ich meine Zusatzrunde nach Petra und wieder zurück gestartet. Die Runde lief gut und ich hatte noch erstaunlich gut Kraft, obwohl ich manchmal im Oberschekel Zwicken hatte.

Heute hat an meinem Mietrad das Tretlager angefangen zu knarzen; das darf ich nicht vergessen, morgen dem Service zu erzählen.

Die Fahrt am dritten Tag ergab dann 164,89 km mit 1.378 Höhenmeter.

https://www.strava.com/activities/7039715015

Tag 4

Am Tag vier war es an der Zeit, eine Sportfreundschaft etwas weiter zu pflegen und auf das Radfahren auszudehnen. Treffpunkt Santa Maria die Cami, hier soll ich Andreas (König der Höhenmeter) treffen.  Andreas hatte schon angekündigt, noch einen Bekannten mitzubringen und so traf ich dann auch Detlef.

Andreas führte uns auf eine Runde, die uns auch über den Coll de Sa Bataia (Tankstelle oben) führte. Beim Aufstieg konnte ich zumindest bis zur Hälfte an Andreas dranbleiben (er hat erheblichen Training -Vorsprung und wiegt über 20 kg weniger) und habe mich an dem Aufstieg auch sonst gut geschlagen.

In Porto Pollenca gab es Nudeln auf einer Terrasse mit wunderbarer Aussicht auf die Bucht. Ich konnte nicht widerstehen und bin zumindest bis zu den Knien ins Meer. Das Wasser war herrlich klar und gar nicht so frisch.

Die Runde ging erst ein Stück weiter südlich und danach Richtung Inland nach Petra. Hier gab es Mandelkuchen von der Mama des Betreibers der einen Wirtschaft am Marktplatz und ein paar Getränke.

Von Petra aus begleitete ich Andreas und Detlef noch ein Stück, um danach zur Plaja de Muro zurückzufahren. Erstmals nutzte ich die Navigationsfunktion des Garmin „Zurück zum Start“, was mich auch zuverlässig zurückbrachte.

Die Fahrt am vierten Tag ergab dann 212,19 km mit 1.862 Höhenmeter.

https://www.strava.com/activities/7045433470

Tag 5

Dieser Tag soll ein aktiver Ruhetag werden. Ich hatte an mehreren Stellen schon Fotos und Berichte vom Cap Formentor gesehen, da wollte ich natürlich auch hin. Die Strecke hatte ich mit Komoot geplant und auf meinen Garmin 830 geladen.

Den ersten Anstieg bin ich für einen Ruhetag etwas zu schnell gefahren, was aber nicht weiter ein Problem war. Leider waren die letzten 6 km gesperrt und so kam man nicht zum Cap. Ich habe mich nicht lange mit dieser Tatsache aufgehalten und bin einfach meine Runde weitergefahren. Bei dem Anstieg auf dem Rückweg habe ich etwas mehr darauf geachtet, keinen zu hohen Puls zu bekommen.

Die Runde ging weiter über Pollenca – Sa Pobla – Santa Maria de la Serra zurück nach Plaja de Muro

Im Verlauf der Fahrt habe ich gut die Beine treten lassen, bin mit niedrigem Puls und mit wenig Druck auf den Pedalen geradelt.

Die ganze Fahrt gab es Reiben und Rasseln am Rad. Nach meiner Rückkehr war ich dann bei der Hürzeler Service Station, die dann das Rad gewartet haben.

Die Fahrt am fünften Tag ergab dann 114,80 km mit 1.164 Höhenmeter.

https://www.strava.com/activities/7049986599

Tag 6

Dies war die Königsetappe der geführten Gruppe von Hürzeler, bei der ich bisher mitgefahren bin. Es soll nach Valdemossa, Port Valdemossa und über den Coll de Soller gehen und bis zu 160 km lang werden.  

Die Strecke hörte sich gut für mich an und das Tempo der Gruppe war für meine Zwecke genau richtig gewesen. Zu dieser Gruppenfahrt ist noch ein weiterer Schweizer dazugestoßen, der auch Peter hieß.

Bis nach Santa Maria die Cami haben wir uns an eine schnellere Gruppe gehängt und sind wie ein ICE durch den Cami de Muro gebraust. Allein Bruno, der älteste der Gruppe, musste unter dem Tempo etwas leiden, wobei ich meine Bewunderung für seine Leistung bei seinen über 70 Jahren (geb. Februar 1951) bisher nicht ausreichend zum Ausdruck gebracht habe. Es ist eine Inspiration, solche fitten Menschen kennen zu lernen, das macht Hoffnung für einen selbst.

Danach gab es über S’Esgleieta den Aufstieg nach Valdemossa. Von Valdemossa ging es die steile Straße hinab nach Port Valdemossa. Vor drei Jahren, bei meiner ersten Radwoche auf Mallorca, sollte ich in einer Kehre dieser Straße fast einen Abflug machen, daher hatte ich Respekt vor der Abfahrt. Es zeigte sich jedoch, dass sich meine Fahrkünste doch etwas gebessert haben und ich bin problemlos nach unten gekommen.

Nach Kaffee und Kuchen unten in Port Valdemossa ging es die steile Straße wieder hinauf. Den Anstieg startete ich mit etwas Verzögerung zur Gruppe, da ich noch das stille Örtchen im Café aufsuchen musste. Die Verzögerung habe ich dann im Aufstieg wieder aufgeholt.

Von Valdemossa ging es über die Küstenstraße über Deia nach Soller. Dieser Abschnitt ist so schön zu fahren! In den Abfahrten bekommt man ordentlich Geschwindigkeit drauf und die Anstiege sind gut zu fahren.

Nach Soller geht es vor dem Tunnel links hoch zum Coll de Soller. Bei diesem Anstieg habe ich mich mit dem anderen Peter der Gruppe zusammengetan. Er hat angekündigt zwischen 260-300W auf dem Anstieg zu treten. Ich konnte sein Tempo mitgehen und dabei auch noch mit ihm sprechen, wobei mein Puls zwischen 135 – 150 schwankte, sein Puls war konstant um die 120-125.  

(Nachträglich habe ich bei Strava geprüft und festgestellt, dass ich meine vorige Zeit auf dem Anstieg zum Coll de Soler von 2019 um 5 Minuten und 22 Sekunden verbessert habe.)

Die Abfahrt brachte uns zurück nach Santa Maria dei Cami und über einige Seitenstraßen sind wir zurück zur Plaje de Muro gefahren. 160,1 km zeigte mein Garmin als wir im Bike Point angekommen waren.

Nach einigen Getränken und vier Stück Pizza hatte ich noch nicht genug vom Radfahren und bin daher noch eine kleine Schleife über Sa Pobla und Muro gefahren.

Die Fahrt am sechsten Tag ergab dann 192,64 km mit 1.918 Höhenmeter.

https://www.strava.com/activities/7055721714

Tag 7

Dieser Tag war der letzte, an dem ich mit der Hürzeler Gruppe 6 mitgefahren bin. Die Gruppe war an diesem Tag etwas ausgedünnt, da einige am nächsten Tag die Mallorca 312 mitfahren wollten und Ruhetag machten.

Dieser Tag sollte etwas ruhiger werden und es sollte nach Santa Maria die Cami gehen zum Kuchen essen. Es gibt da den Kuchentempel von einer Französin, die es vor langer Zeit auf die Insel gezogen hatte.

Auf einigen Umwegen ging es nach Santa Maria, so dass die Gruppe ungefähr bei der Mitte der geplanten Strecke im Lokal angekommen ist. Wir haben Glück und sind erst die zweite größere Gruppe, die da ist und bekommen einen Platz hinten auf der Terrasse an einem langen Tisch. Unten im Hauptraum ist das Küchenbuffet aufgebaut und da eine Entscheidung zu treffen, ist wahrlich schwer.

Ich nehme zwei Stück Kuchen, da ich es nicht bei einem belassen konnte (ein flambierter Käsekuchen und ein Schokokuchen mit doppelter Sahne). Der Kuchen schmeckte herrlich.

Langsam füllte sich der ganze Hinterhof mit Fahrrädern und immer mehr Gruppen trafen ein. Da wir schon fertig waren, packten wir unsere Räder und machten uns auf die Rückfahrt. Detlef führte uns über Seitenstraßen zurück zur Plaja de Muro und wir konnten da sogar an zwei/drei Anstiegen noch ein paar Höhenmeter sammeln. Mit ca. 98 km auf dem Garmin trafen wir im BOY ein.

Da ich noch eine Zusatzrunde fahren wollte, stärkte ich mich mit einer Pizza und ein paar Getränken. Nach dem Essen hieß es Abschied nehmen von der Gruppe.

Die Zusatzrunde ging über Manacor – Petra – Sineu, dabei avancierte Petra zu der Ortschaft, die ich am öftesten durchfahren habe.

Die Fahrt am siebten Tag ergab dann 183,33 km mit 1.305 Höhenmeter.

https://www.strava.com/activities/7060848009

Tag 8

Im Gespräch mit Andreas hatten wir uns geeinigt, am Sonntag, meinem letzten Tag auf der Insel, die Route des alten Mallorca 312 zu fahren. Somit wurde Tag 8 in Rally -Sprache eine Übergangsetappe.

Meine Planung war mit etwas mehr als 100 km Wegstrecke nach Arenal/Palma zu fahren, um am nächsten Morgen mit Andreas und Detlef um 6 Uhr die Inselumrundung anzugehen. Ein fester Bestandteil dieser Übergangsfahrt war nochmals bei Sa Sini Kuchen zu essen.  

An diesem Tag fand der Mallorca 312 statt und wie sich herausstellte, waren viele Straßen rund um Plaja de Muro gesperrt. Meine ursprüngliche Route musste ich daher anpassen und in den ersten 20 km irrte ich etwas umher, bis ich endlich aus dem Bereich der gesperrten Straßen herausfand.

Danach war der Weg frei nach Santa Maria zum Kuchen. Wieder nahm ich zwei Stück und stellte dabei fest, dass ich nicht der Einzige war, der nicht widerstehen konnte. Neben mir saßen zwei Radfahrer, die sich auch jeweils zwei Stücke genehmigten.

Nach Santa Maria fuhr ich in südliche Richtung, ich hatte auf Komoot zwei Cami’s ausgemacht, die gut zu fahren sein sollen. Das entsprach dann auch der Wahrheit: ich konnte ohne große Anstrengung schnell fahren. Dann kam ich auch zu einem Abschnitt der Steilküste von Mallorca, die sehr malerisch aussah. Da bin ich über die Seitenabsperrung der Straße geklettert und habe einige Fotos gemacht.

Wie besprochen, war ich kurz vor 18 Uhr in Arenal und auf der Promenade stieß ich dann auch auf Andreas und Detlef. Im Laufe des Abends kam auch noch Michael hinzu, der gerade eingeflogen war, er wollte sich morgen auch an die lange Strecke wagen.

Die Fahrt am achten Tag ergab dann 138,21 km mit 707 Höhenmeter.

https://www.strava.com/activities/7065797499

Tag 9 – Inselumrundung

Der Wecker war auf 4:30 gestellt und um 5 Uhr waren wir vier Musketiere unten beim Frühstück. Leider gab es für solche Frühaufsteher im Hotel nur ein sehr eingeschränktes Angebot. Wir aßen etwas und packten uns auch einige Kleinigkeiten für den Weg ein.

Danach hieß es fertigmachen für die Fahrt, Im Fahrradkeller machten wir die letzten Vorbereitungen und um 5:54 Uhr startete ich meinen Garmin, los geht’s.

Wir beschlossen in nördliche Richtung loszufahren, um mit frischen Kräften die Anstiege in den Bergen in Angriff zu nehmen. Nach meiner Erfahrung am Vortag machten wir uns nicht zu viele Sorgen um den Gegenwind bei der Rückfahrt. 

Nachdem wir aus dem Bereich von Arenal und Palma gefahren waren, wobei wir von dem sehr geringen Autoverkehr am Sonntagmorgen profitierten, war die Landschaft sehr schön und es machte richtig Spaß, da zu fahren.  Es ging über die Küstenstraße bis nach Valdemossa, wo wir einen Zwischenstopp für etwas Essen und Getränke bei einem Bäcker machten. Es war alles sehr authentisch und lecker.

Weiter ging es nach Soller und dann mit einem Schlenker über Fornalutx hoch zum Puig Major. Da hatten wir mächtig Glück, es gab ein Rally auf der Straße und wir sind am Anstieg just in der Rennpause angekommen und konnten so planmäßig über den Puig fahren. Die Abfahrt brachte uns nach Pollenca. Danach sollte es an die Ostküste gehen und südlich nach Arta.

Bei der Ausfahrt aus Pollenca dachte sich Andreas, dass wir den Windschatten einer Gruppe nutzen könnten, und schoss der Gruppe hinterher. Eh wir uns versahen, brach unsere vierer Gruppe auseinander. Mit Detlef und Michael konnte ich mich per Telefon in Verbindung setzten, Andreas´ Telefon streikte jedoch.  Ich fuhr dann die Route über Porto Pollenca und hielt erfolglos nach Andreas Ausschau. Mit Detlef und Michael traf ich am vereinbarten Punkt wieder zusammen. Da Andreas nicht in Sicht war, beschlossen wir weiterzufahren, um die Runde doch noch abzuschließen. Ich war überzeugt, dass die Strecke in Richtung Arta auch der beste Abschnitt war, wenn man jemanden ohne Kommunikation wiederfinden möchte. Kurz vor Arta trafen wir auf Andreas und waren wieder vereint.

Da mussten wir uns erstmal mit ein paar Nudeln in Arta stärken. Die Fahrt in den Süden ging gut, lediglich in Porto Cristo mussten wir einer Baustelle ausweichen. Danach ging es weiter in Richtung Santany. Langsam merkten wir, dass wir doch etwas Verzögerung hatten. Das Auseinanderfallen der Gruppe und das Essen haben doch etwas Zeit gekostet.

In der Colonia de Sant Jordi haben wir uns auch etwas verhaspelt. Danach fing es an zu dämmern. Wir fuhren jetzt an der Westküste in nördliche Richtung, es gab keinen Gegenwind, aber die Dunkelheit holte uns ein. Wir hatten Lichter dabei und, obwohl mein neues Frontlicht nicht laufen wollte, hatten wir genug Ausleuchtung, um den letzten Abschnitt zum Ziel zu fahren.

Irgendwann wurde es kalt und als wir dann ein Schild mit 42 km bis Arenal sahen, kam bei uns allen etwas schlechte Stimmung auf. Wir kämpften uns dann durch diese schwierige Phase und fuhren die letzten Kilometer unter den gegebenen Umständen zügig ins Ziel.  In Arenal angekommen, nahmen wir noch ein gemeinsames Getränk im Ciro und nach einem Abschiedsfoto fuhr ich mit einem motorisierten Transportmittel zurück in mein Hotel an der Plaja de Muro. Morgen um 4 Uhr morgens heißt es aufstehen für den Rückflug.

Das war ein großartiges Erlebnis zum Abschluss einer Radwoche auf Mallorca, in der ich mein Ziel, viele Kilometer zu sammeln, als erreicht sehe.

Die Fahrt am neunten Tag ergab dann 326,10 km mit 4043 Höhenmeter.

https://www.strava.com/activities/7073013038

Statistik – Überblick

Excel Erfassung der Daten

Fotoimpressionen

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