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Erster Schritt, erstes Brevet 200km

Paris-Brest-Paris ein Ziel für so manchen Radfahrer und auch für mich. Den Anfang muss man mit dem Fahren von Brevets machen.

Zu Hause, in Mittelhessen, bietet die ARA Mittelhessen solche homologierte Brevets an. Gestern war es dann so weit, nach dem ich mich vorher angemeldet hatte, war der Start für 8 Uhr in Heubach (Kalbach) im Landkreis Fulda geplant.

Der Morgen hat jedoch schon etwas an den Nerven gezehrt. Am Abend zuvor habe ich mir schon alles zu Recht gelegt und auch die Wettervorhersage geprüft. Auch hatte ich mich entschieden mit dem Gravel Rad zu fahren, um auch bei dem 50% vorhergesagten Schnee fahren zu können. Trotzdem musste ich nach der Abfahrt mit dem Auto zur Anreise nach Heubach zweimal umkehren. Als erstes bin ich nach ca. 100m umgekehrt, weil ich meine Reserve-Handschuhe vergessen hatte.  Zweitens bin ich nach ca. 12 km umgekehrt, da mein Garmin im Büro liegen geblieben war.  

Nach dem erfolgreichen Start der Anfahrt kam ein zusätzlicher Faktor hinzu, meine Schätzung des Tankinnhals war zu optimistisch. Durch das schnellere Fahren, um noch rechtzeitig zum Start zu kommen, hat das Auto etwas mehr Kraftstoff verbraucht. Ergebnis, drei Minten vor dem Ende der Registrierungszeit war ich da, die Tankanzeige rot mit Sprit für noch 20 km.

Die Strecke, für die ich mich angemeldet habe, waren die 200km. Da ich nach meiner Krankheit nur eine Woche fahren konnte, sollte dies auch ausreichend sein. Der Streckenverlauf ging nach Angaben auf der Internetseite des Organisators über Heubach – Poppenhausen – Seiferts – Schwarzes Moor – Bischofsheim a.d.Rhön – Bad Bocklet – Bad Kissingen – Fuchsstadt – Karlstadt – Gemünden (Main) – Heubach.

Auf den geplanten 200km waren auch ca. 2850 Hm zu erwarte, was doch recht ordentlich ist.

Beim Start habe ich mir noch etwas Zeit gelassen, um meine Sachen ordentlich zu verstauen, somit bin ich als letzter gestartet.

Nach ca. 20 km am ersten oder zweiten Anstieg, habe ich eine Gruppe von 4 Fahrern eingeholt. Nach einem kurzen Gespräch bin ich vorbeigefahren, mein langsames Bergauffahren war dann doch schneller.

Nach 48 km war die erste Kontrollstelle zum Abstempeln der Teilnahmekarte. Ich musste zu erste etwas fragen, um dann die Dame ausfindig zu machen, die mir sehr freundlich die Karte abgestempelt hat. Die vier Mitfahrer, die ich am Berg überholt habe, sind zwischenzeitlich auch angekommen.

Da es oben in der Röhn, Schnee gab und es auch o Grad waren, habe ich noch schnell Zehenwärmer in meine Radschuhe eingelegt. Einer der Mitfahrer, war schon fertig mit dem Abstempeln und wir haben uns danach für den Rest der Strecke zusammengetan.

Es ging weiter oben in der Röhn umgeben von Schnee. Auf einigen Passagen gab es starken Seitenwind der Schnee auf die Straße wehte. Beim queren solcher Verwehungen musste man sehr vorsichtig sein (zum Glück hatte ich 40er G-One Bite Reifen). Es ging eine Weile weiter oben auf dem Röhn-Plateau. Einige Kilometer vor der nächsten Kontrollstelle ging es runter ins Tal über eine Abfahrt und in fünf Minuten gab es einen positiven Temperaturunterschied von 6-7 Grad. Das war dann deutlich angenehmer zu fahren.

An der zweiten Kontrollstelle nach ca. 84 km  (Avia Tankstelle in Steinach a.d. Saale) haben uns die netten Mitarbeiterinnen die Karte abgestempelt. Hier habe ich auch ein paar Kleinigkeiten zum Essen gekauft und meine Trinkflasche aufgefüllt.

Weiter ging es. Das Wetter hat dem April weiterhin alle Ehre gemacht, von Hagel, Regen, Schneeregen bis zu Sturm und Sonnenschein gab es alles. Besonders der streckenweis starke Gegenwind hat weh getan. Henrik (zwischenzeitlich kannte ich auch den Namen meines Mitstreiters) und ich haben uns im Wind abgewechselt und habe so die letzte Kontrollstelle bei km 142 an der Aral-Tankstelle in Karlstadt erreicht. Hier gab es das gleiche Programm, abstempeln der Karte und Stärkung mit einer kleinen Mahlzeit.

Die letzte Etappe bis zu Ziel verlief erstmal einige Kilometer entlang des Mains, wobei das Wetter wieder die April Bandbreite voll auf uns niederlies: Regen, Hagel, Gegenwind und gelegentlich Sonnenschein. Nach einer Weile hat sich das Wetter dann doch stabilisiert. Die Navigation auf der Strecke funktionierte eigentlich ganz gut und wir kamen gut vorwärts.

Mal mit Sonnenschein

Insgesamt gab es auf der Strecke 12 größere Anstiege, zumindest hat das mein Garmin angezeigt. Vor dem letzten Anstieg und noch ca. 5 km vor dem Ziel, merke ich, zu wenig gegessen. Hungerast, der Mann mit dem Hammer war da. Kein Gel, kein Riegel und kein einziges Stück Gummibärchen hat ich noch min meinen Taschen. Ganz langsam bin ich den letzten Anstieg hochgekrochen, habe bei meinem Gravel Bike das kleine Kettenblatt und den vorletzten Ritzel eingelegt. Oben angekommen, habe ich mich zum Ziel herunterrollen lassen.

Im Ziel gab es zum Glück Kaffee und Nuss- oder Kokosecken. Damit habe ich mich dann umgehend gestärkt und war auch bald wieder funktionstüchtig.

Henrik war schon mit dem Rad zum Brevet angereist und hatte am Abend dann schon 300 km in den Beinen. Er wollte mit der Bahn heimfahren, aber da er nicht weit weg wohnt habe ich ihm angeboten ihn mitzunehmen. Wir haben dann die Räder ins Auto gepackt.

Jetzt stellte sich nur noch die Frage, ob der Tankinhalt bis zur nächsten Tankstelle reicht. Es hat gereicht. Nach dem Tanken ging es zügig mit einem Zwischenstopp, um Henrik rauszulassen, nach Hause.

Nach dem Abendessen und dem obligatorischen Hochladen der Strecke auf Strava, ging ich dann zufrieden ins Bett. Das nächste 400er Brevet kann kommen. Danach kann die Voranmeldung für Paris-Brest-Paris vorgenommen werden.

Ausstattung und Kleidung:

Fahrrad: Rose Pro Cross Gravel mit kleiner Satteltasche 0.9 l und Lankertasche.

Kleidung: Lange Winterradhose, Winterschuhe MTB, ärmelloses Top, langarm Unterhemd, Radtrikot, Harglöfs Goretex Pro Jacke, GoreTex Helmmütze, Halstuch

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