Menü Schließen

Peter’s long distance summer tour 2022

Nach der Fraktur des Radius im rechten Ellenbogen und Aufgabe des Plans nach Kronstadt zu fahren, wollte ich trotzdem die Idee einer längeren Tour im Brevet-Stil für den Sommer nicht aufgeben. Da es meinem rechten Arm besser ging habe ich kurzfristig am Freitag den 8 Juli entschieden es durchzuziehen. Da ich ein paar Höhenmeter fahren wollte und auch dieses Jahr doch noch nach Italien wollte, habe ich mich an die Routenplanung gemacht. Anfahrt und Rückfahrt sollte mit der Bahn sein. Zudem wollte ich kurz noch Freude sehen.

Die ganzen Variablen mit einbezogen habe ich eine Route mit Komoot gebaut die in Nürnberg startet (habe eine Bahnverbindung mit Radmitnahme gefunden + Freunde in Nürnberg sehen) und in Rosenheim endet.

Gesamtstrecke 936 km mit 12 750 Höhenmeter ergab die Planung. Dies erschien mir mit dem lädierten rechten Arm machbar.

https://www.komoot.de/tour/839141694?ref=wtd

Start war geplant für Montag nach 22 Uhr in Nürnberg und Zeitlimit war Samstag 6:49 in Rosenheim.  Die Fahrt habe ich als Gesamtstrecke geplant, ich habe keine Etappen eingeplant. Ich wollte im Brevet-Stil fahren und mich nur ausruhen, wann es notwendig ist, mit dem klaren Vorhaben das Zeitlimit zu schaffen. Natürlich warteten keine Sporthallen mit Feldbetten wie bei PBP auf mich, somit würde ich entweder auf einer Bank draußen schlafen oder in einem Hotel kurz einkehren.

Die Bahn brachte mich mit nur 10 Minuten Verspätung nach Nürnberg, was für mich vollkommen akzeptabel war. Vlad und Dalma haben auf mich am Bahnhof gewartet. Habe mich sehr gefreut sie nach langer Zeit wiederzusehen. Sie haben mit mir kurz etwas im Bahnhof gegessen und mich danach verabschiedet.

Um 22:20 Montagabend, starte ich in Nürnberg am Bahnhof. Es war schon dunkel, aber ich habe gut aus der Stadt gefunden und war auf der Route. Die Straßen und Radwege waren super. Die Radwege in Bayern sind super auch im Dunkeln zu fahren, sie sind ausreichend breit und der Belag ist gut mit wenig Unebenheiten oder Verunreinigungen.

Mit der Müdigkeit habe ich keine Probleme, trotzdem ist es manchmal schwierig sich bei Dunkelheit zu orientieren. Es ist leicht bewölkt und manchmal scheint der Mond durch und dann ist die Landschaft besser zu sehen. Die meiste Zeit kann ich nur mit dem Licht der Sigma Aura 80 fahren (Stufe 2), bei Abfahrten oder bei tieferer Dunkelheit schalte ich die Cateye dazu.

Eine Baustelle mit einer Umleitung bringen mich vom Kurs ab. Eine schlecht ausgeschilderte Umleitung und ständiges suchen auf dem Handy kosten mich einiges an Zeit. Ebenso bringt mir die Umleitung auch erste Zusatzkilometer noch in der Dunkelheit ein.

In Regensburg bei einer Abzweigung fällt mir eine Tankstelle auf. Zeit für etwas Essen & Trinken.  Die Tankstelle hatte super Brötchen und einen freundlichen Tankwart, da hat in der Nacht gutgetan. Eine Laugenstange mit Leberkäse, Butterbrezel und Eistee waren ausreichend für einen Snack.

Danach ging es gut weiter. Entlang der Donau ohne zu viel Höhenmeter kann ich gut fahren. In Niederaltreich hole ich mir noch zwei kleine salzige Gebäckstücke. Danach fahre ich weiter und nach Bad Füssing geht es hinein nach Österreich.

Immer noch keine Müdigkeit und es geht gut vorwärts. Die Seen im Salzkammergut in Österreich habe ich absichtlich in Die Route eingebaut, ich war vor über 25 Jahren mal da und wollte die Landschafsteindrücke auffrischen. Meine Kette fängt langsam an zu rasseln. Am Straßenrad werden einige Bauarbeiten durchgeführt und ich frage die Arbeiter nach etwas Schmieröl, da mein Kettenöl tief in der Satteltasche war. Es stellte sich heraus, dass die Bauarbeiten aus Rumänien kamen, sie sind sehr freundlich und ich bekomme Schmieröl vom Kompressor und einige Papiertücher, um die Kette zu reinigen. Sie bieten mir sogar Trinkwasser, jedoch habe ich noch genug in meinen Flaschen.

In Sankt Georgen am Attersee gibt es ein gutes Mittagessen. Danach geht es entlang des Attersee und dann fangen langsam ein paar Steigungen an.

Eine weitere Baustelle in Faistenau! Hier ist auch die Umleitung nicht gut ausgeschildert. Das gibt wieder Zusatzkilometer. Ich bin jetzt schon 364 km gefahren und finde Zusatzkilometer nicht so toll. Auch hier ist die Umleitung schlecht ausgeschildert und das ständige Schauen auf die Karte auf dem iPhone kostet auch viel Zeit.

Es geht weiter und die Landschaft ist unglaublich schön, die Farben der Seen sind atemberaubend. Weiter geht es bis nach Bischofshofen. Hier wird es schon Abend und ich begebe mich auf die Suche nach einem Hotel, um zu schlafen. Ich fühle mich noch gut und möchte noch ein paar km fahren. Daher suche ich nach einem Hotel entlang der Route. Das Hotel über Booking gebucht fahre ich los. Die Ortschaft mit dem Hotel sollte in ca. 10 km nach Bischofshofen folgen.

Es geht schon in einen Aufstieg, ich fahre mit Druck, um zum Hotel zu kommen. Nach ca. 10-11 km frage ich mich, wo das Ortsschild bleibt. Ich prüfe mal wieder auf dem iPhone mit Komoot. Ich bin auf der Route aber das Hotel ist nicht auf der Route! Habe mich bei dem Hotel also vertan. Es ist zu spät noch umzubuchen. Folglich geht es bergab und nach etwas umständlicher Suche bin ich beim Hotel. Es ist schon 22 Uhr und die Küche vom Hotel hat schon zu. Mit Hinweis auf die Anzeige auf meinem Garmin (460,7 km) frage ich, ob sich nicht doch noch etwas in der Küche finden lässt. Das Personal im Hotel ist sehr freundlich. Ich bekomme einen schönen Salat mit Putenstreifen, eine dicke Scheibe Brot mit Butter und Müsli und Milch. Der Abend ist gerettet. Das Rennrad durfte ich auch aufs Zimmer mitnehmen. Nach Duschen usw. bin ich kurz vor Mitternacht im Bett. Um 6 Uhr stehe ich auf und um 6:15 bekomme ich schon Frühstück. Ich mag Hotels mit frühem Frühstück.

Weiter geht es. Zuerst fahre ich schon den Anstieg, den ich am Tag davor schon halb hochgefahren bin. Es geht hinauf zum Dientner Sattel. Die Route habe ich schnell geplant und habe nicht über die jeweiligen Anstiege gelesen, daher war alles eine Überraschung für mich. Nach einer weile kam ein Schild 3,3 km mit 15% Steigung. Das Schild stimmt ich fahre und der ClimbPro vom Garmin zeigt fast durchgehend 14-15%, gelegentliche 10-11% fühlen sich wie Entspannung an. Mit meiner Übersetzung von 34/27 ist es schon anstrengend. Das war der erste ernsthafte Anstieg der Tour (16,1 km | 825 Hm wir auf Queldich angegeben, hinterher recherchiert).  

Drama in Bruck

Danach geht es in die Abfahrt und über den Tauernradweg bis nach Bruck. Hier entscheide ich mich ein Café zu suchen, um eine Kleinigkeit zu mir zu nehmen. Ich bestelle mir einen Milchkaffee, ein Stückchen und ein belegtes Brötchen. Beim entspannten Sitzen schaue ich auf meinen Hinterreifen und entdecke einen Riss. Er ist ca. 1,5 cm lang. So kann ich zwar bergauf fahren aber in eine Abfahrt mit einem Riss im Reifen fahren möchte ich nicht.

Jetzt beginnt ein kleines Abenteuer um einen Reifen zu finden. In dem nächstgelegenen Sportladen gibt es nur Bekleidung und keine ernsthaften Fahrradteile. Bei einer Suche im Internet stelle ich fest, dass viel Läden da am Mittwoch ihren freien Tag haben. Ich finde einen Sportladen in Kaprun, da rufe ich an und bekomme gesagt, dass sie einen Rennradreifen in 24 mm haben. Mit Hilfe von Google Maps und den Kopfhörern finde ich den Laden. Ich bekomme da einen 24mm Reifen von Specialized. Ich entscheide mich meinen 25mm Conti vom Vorderrad auf das Hinterrad zu wechseln und den neuen Specialized 24mm vorne zu fahren. Freundlicher Weise bekomme ich eine große Radpumpe ausgeliehen und führe den Reifenwechsel vor dem Laden durch.  

Nach dem ich den alten Reifen entsorge, fahre ich zurück auf die Route. Schätzungsweis zwei Stunden habe ich verloren und etwas nach 13 Uhr beginne ich dann die Auffahrt bis zum Hochtor auf der Großglockner-Hochalpenstraße.

Der Aufstieg beginnt moderat und ich kann in gutem Tempo auf dem großen Kettenblatt fahren. Nach der Mautstation ändert sich das jedoch (hier gibt auch ein Schild, das den Anstieg mit 12% angibt). Ab jetzt geht es mit Steigungen von 9%-15% (Nach Anzeige des Garmin ClimbPro). Es ist heiß geworden und die Sonne scheint. Bei der Hälfte des Anstiegs gibt es einen Shop. Hier bleibe ich kurz stehen und fülle meine Flaschen auf und nehme noch Getränke zu mir. Meine Beine sind OK und ich fahre weiter. Den gesamten Anstieg fahre ich zurückhaltend und nach meinem Gefühl sehr langsam. Das Rad ist schwerer mit dem Gepäck und ich habe noch viele km vor mir.

Nach dem die Passhöhe erreicht ist geht es ca. 3km in eine Abfahrt bis danach der Anstieg zum Hochtor beginnt. Am Ende des Anstiegs gibt es dann auch 17%, aber im Wiegetritt schaffe ich die auch ohne Probleme.

Ich bleibe nicht lange oben, sondern gehe nach einigen Fotos in die Abfahrt. Mein Garmin bimmelt, dass ich die Route verlassen habe.  Nach kurzem Blick auf Komoot entscheide ich mich der Straße zu folgen und auf der Bundesstraße in Richtung Lienz zu fahren. Das war die richtige Entscheidung, es gab wenig Verkehr und ich konnte in gutem Tempo fahren. Im Tal bleibe ich bei einer Gasstätte stehen. Aber um 17:10 hatte die Küche schon zu (es gab irgendeinen Grund dazu). Nach einem Getränk fahre ich weiter. Ich bleibe jetzt durchgehend auf der Straße und fahre nicht den Radweg. Vor Lienz gibt es noch einen Anstieg, Iselsberg lese ich oben. Danach geht es hinab in Richtung Lienz. Bei der Einfahrt hole ich mir noch einige Getränke in einem Spar.

Da es noch hell ist und ich mich gut fühle entscheide ich weiterzufahren. Sillian, dachte ich wäre ein guter Ort zum Übernachten. Die Routenführung bringt mich auf den Drau-Radweg. Dieser ist gut ausgebaut und daher bleibe ich auf dem Radweg. Gegen 19:00 ereilt mich der Hunger, ich hatte nicht ausreichend gegessen. In Thal finde ich mit Google ein Hotel/Gaststätte unweit vom Radweg. In der Gasstätte bekomme ich gutes Essen (Suppe + Spätzle mit Hähnchen in Sahnesauce), da entspanne ich auch ein wenig. Nach 20 Uhr fahre ich weiter. Meine Beine fühle sich gut an, daher suche ich nach einem neuen Ziel für den Abend. Innichen scheint mir ein gutes Ziel zu sein und dies bringt mich auch schon rüber nach Italien. 

Der Drau-Radweg geht auch in Italien weiter und so komme ich im Dunkeln in Innichen an. Ich stehe in Innichen vor einem Hotel und suche jetzt mit Booking nach einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit. In ganz Innichen gibt es kein Einzelzimmer unter 256 Euro die Nacht. Das ist mir definitiv zu viel. In Toblach (ca. 7 km entfernt) finde ich das günstigste Zimmer in der Gegend für 139 Euro. Dies buche ich über Booking und fahre hin. Auf dem Weg hole ich mir einen Kebab noch in Innichen. Die Rezeption ist nicht besetzt, aber mit einem Code komme ich rein und kann auf mein Zimmer. Gut, dass ich mir etwas zu Essen geholt hatte. Essen, duschen und danach ins Bett. Es ist schon nach Mitternacht als ich nach 671,8 km einschlafe. Frühstück gibt es erst ab 7 Uhr, so dass ich doch meine 6 Stunden schlafen kann.

Morgens gibt es in dem Hotel gutes Frühstück, bei dem ich ordentlich zugreife. Danach mache ich mich fertig und bringe mein Rad nach unten. Nach dem Check-out geht es schon los. Schnell finde ich zurück auf die Route und es geht schon in einen leichten Anstieg. Es ist bewölkt und nach einer Stunde gibt es einige Regentropfen.  Ich fahre weiter, es gibt immer wieder Regentropfen, jedoch fängt es nicht an richtig zu regnen.  Danach ging es zu dem ersten Pass des Tages, Falzarego. Dies Auffahrt ist nicht mit dem Großglockner vergleichbar, die Steigung ist nicht so steil. Trotz Gepäck kann ich gut fahren. An der Abzweigung vom/zum Passo Giau kommen einige Radfahrer hinter mir auf den Aufstieg zum Falzarego. Es war eine Gruppe von 3 Fahrern und ein einzelner Fahrer. Einer aus der Gruppe fuhr einen hellblauen Colnago V2-RS oder V3 -RS. Angestachelt durch die Gruppe drücke ich ordentlich auf die Pedale und bald kann ich die Gruppe hinter mir nicht mehr sehen. Dann aber, 2 km vor dem Ende des Anstiegs gibt es eine Baustelle mit Ampel, ich muss mehrere Minuten warten und die Gruppe schließt zu mir auf. Von der Ampel fahre ich in normalem Tempo los und halte dieses auch konstant. Keine 50m vor dem Ende des Anstieges zieht der hellblaue Colnago an mir vorbei. Ich muss lächeln.

Nach dem Falzarego-Pass geht es in die Abfahrt, die nicht sehr lang ist und dann ein kurzes Transfer Stück zum Passo Pordoi. Diesen Pass hatte ich eingebaut, da auch der Giro eine Etappe hier veranstaltet hat. Auch dieser Anstieg war nicht besonders steil und ich konnte gut hochfahren. In der Abfahrt war der Straßenbelag jedoch schlecht und ich musste viel Bremsen und Schlaglöchern ausweichen. Frage mich wie sind die Profis hier gefahren?

Die Abfahrt geht jedoch nicht weit in Tal, da es daraus rüber in dem Anstieg zu Sella Pass geht. Diese Auffahrt und die Landschaft fand ich am schönsten von der ganzen Fahrt. Die Aussicht vom Sella Pass ist gigantisch. Nach kurzem Aufenthalt fahre ich die Abfahrt, die mich nach St. Ulrich bringt. Das Wetter ist grandios, strahlender Sonnenschein und dann dazu die großartige Aussicht auf die Berge. Weiter geht es in Richtung Brixen: Meine Komoot Planung ist gut und die Fahrt nach Brixen ist angenehm. In Brixen gibt es Kaloriennachschub in Form einer Pizza. Von da aus geht es in Richtung Brenner.

Der Radweg ist nicht besonders gut lässt sich aber fahren, teilweise fahre ich auf der Bundesstraße. Kurz vor Sterzing mache ich noch eine Pause und esse ein Stück Kuchen und trinke noch Lemon Soda. Danach fahre ich weiter in Richtung Brenner. Nach einem Stück Landstraße, fahre ich weder auf dem Radweg in Richtung Brenner. Unweit nach Sterzing zeigt die Komoot-Route nach rechts die Beschilderung des Radwegs zeigt nach links. Ich entscheide mich der Beschilderung zu folgen. Nach einer Weile frage ich mich, ob ich in die ich in die richtige Richtung fahre. Wieder muss ich da iPhone bemühen. Der Radweg macht eine große Schleife. Da ich schon recht weit gefahren bin fahre ich die Schleife. Es gab da auch eine ordentliche Steigung zu bewältigen. Die letzten ca. 10 Kilometer bis zum Brenner fuhren sich dann sehr gut.  Inzwischen war es dunkel geworden.

Am Brenner schlängelt der Radweg ein wenig. Von da aus geht es auf der Landstraße 182 in Richtung Innsbruck. Ich entscheide mich hier auf der Landstraße zu bleiben, da es schon gegen 22 Uhr ist und es nur wenig Autoverkehr gibt. In der Abfahrt vom Brenner wird es auch richtig kalt, ich bleibe stehen, ziehe mir Knielinge an, die Regenjacke und das Stirnband unter den Helm. Weiter geht es. Es macht richtig Spaß, da es bergab geht und ich mit ordentlich Speed fahren kann (habe die Cateye Lampe eingeschaltet). Ich suche nach einer offenen Tanstelle, leider werde ich nicht fündig. Erst 3 km vor Innsbruck finde ich eine offene Tankstelle. Da versorge ich mich mit einem Leberkäsbrötchen, Getränken und etwas Süßem.

Es geht mir gut, meine Beine fühlen sich gut an, ich frage mich, ob ich die Nacht durchfahren soll und ein Tag früher als mein Zeitlimit in Rosenheim ankommen.  Am Ende entscheide ich mich dagegen, da ich doch noch etwas die Zeit genießen möchte und den Achensee und den Tegernsee bei Tageslicht bewundern möchte. Ich suche mir mit Booking.com ein Hotel in Innsbruck. Es sind schon Ferien in einigen Bundesländern und anderen europäischen Ländern, was die Hotelzimmer nicht günstig macht.

Es ist schon fast Mitternacht, ich schaffe es mich in Innsbruck zu verfahren und muss wieder Google nuten, um zu Hotel zu finden, obwohl ich schon mehrfach in Innsbruck war und weiß, wo das Hotel liegt. Im Hotel angekommen (907, km stehen auf dem Garmin), werde ich freundlich begrüßt. Es stellt sich heraus, dass der Rezeptionist selbst Colnago-Fan ist und Fahrräder sammelt und restauriert.  Er bestaunt meinen C50. Wir fangen an über Räder zu sprechen, obwohl es schon nach Mitternacht ist. Ich bekomme ein schönes Zimmer, dusche und mache mich für das Schlafen bereit, es ist schon 1 Uhr morgens.

Es ist Freitagmorgen, das Frühstück im Hotel ist hervorragend und sehr abwechslungsreich, ich genieße es. Danach mache ich mich schnell fertig und verlasse das Hotel um begebe mich auf die Suche nach der Route. Ich lasse es langsam angehen und werde von mehreren Personen angerufen. Die Telefonate erledige ich im Stehen, da ich nicht während der Fahrt abgelenkt werden möchte.  Es geht hinaus aus Innsbruck und es gibt einige Steigungen. Danach geht es hinunter ins Inntal und auf den Inntal Radweg.

Im Inntal ist es recht gedrängt, die Eisenbahnstrecke, die Autobahn, die Landstraße und der Radweg verlaufen in dem engen Tal. Meine Entscheidung die Route über den Achensee zu nehmen und nicht durchgehend durch das Inntal zu fahren, erweist sich als richtig. In Jehnbach biege ich ab und nach kurzer Zeit begrüßt mich eine kurze, aber steile Steigung bis zur Hauptstraße.  In Jenbach hole ich mir bei einem Bäcker eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken.  

Von Jenbach bis zum Achensee sind es etwas mehr als 5 km bergauf. Die Steigung beginnt schon ordentlich steil und die Sonne scheint jetzt auch richtig und es ist heiß. Ich fahre die Steigung gemächlich, da ich nicht weiß, wie steil es noch wird. Es wird richtig steil, ca. 3 km von dem Anstieg sind durchgehend über 15%, wobei die letzten 2 km meist zwischen 16-18% sind mit einigen Passagen von 20%. Den letzten Kilometer fahre ich nur noch im Wiegetritt. Ich muss ordentlich schnaufen, bis ich oben bin. Auf dem Berg angekommen, biege ich nach links ab und bald ist der See zu sehen. Jetzt fahre ich ein Stück noch auf der Landstraße und biege dann auf den Radweg am See ab.

De See zieht sich und man sieht nicht gleich wie lang er ist. Ich fahre gemächlich und mach immer wieder Fotos und kleine Videos. Fast am Ende des Sees mache ich eine Terrasse ausfindig an der schon einige Fahrräder stehen. Ich beschließe den Ta zu genießen und noch eine Weile die Landschaft am See zu bewundern. Ich stelle mein Rad ab und hole mir etwas zu essen und zu trinken (Brezel + Wurst, Flädle mit Spinat und Feta, Almdudler). Ich genieße mein Essen und komme mit zwei Radfahrerinnen ins Gespräch, sie waren mit zwei Gravel Rädern (Orbea Terra, Scott Addict) auf dem Weg von München nach Innsbruck. Die eine Fahrerin sah sehr sportlich aus, was ich aus eigener Sporterfahrung erkannt habe. Damen bekommen nämlich nicht ohne ordentlich Sport muskulöse Oberarme, an denen man Bizeps und Trizeps klar erkennen kann.

Nach dem ich den Mädels schöne Fahrt gewünscht habe, fahre ich weiter in Richtung Tegernsee. Ich wechsele auf die Landstraße und folge dem Weg. Der Straßenbelag ist gut und bald überquere ich die Grenze nach Deutschland. Am Tegernsee herrscht Stau auf der Straße. Der See ist nicht so schön wie der Achensee, trotzdem will ich mir auch hier ein wenig verweilen. Ich liege gut in der Zeit und suche nach einem Café am See. Nach dem ich abermals Google bemüht habe finde ich ein schönes Café.

Geübt parke ich mein Rad und binde es mit dem Kabelschloss fest. In dem Lokal gibt es eine lange Schlange, was mich zuversichtlich in Bezug auf die Qualität des Kaffee stimmt.  Geschickt sichere ich mir mit meinem Helm einen Sitzplatz auf der Terrasse. Meine Bestellung bekomme ich schnell und ich setze mich and die frische Luft mit Blick auf den See. Meine Tischnachbaren waren zwei Herren, die mit den Fahrrädern auf dem Weg nach Florenz waren (allerdings mit einem Umweg über Venedig). Sie waren sehr freundlich und wir unterhalten uns kurz.

Da ich mich bald an der Landschaft sattgesehen habe, mache ich mich auf den Weg nach Rosenheim. Die Fahr wartete allerdings noch mit einer kleinen Überraschung auf. Nach einer Kreuzung zeigte sich eine Steigung, diese sieht Anfangs nicht so steil aus. Nach einigen Metern ändert sich das. Bis zu 22% zeigt der Garmin ClimbPro an! Zum Glück war die Steigung nur etwas mehr al 2 km lang.  Jetzt geht es hinunter ins Tal. Es sind nur noch ca. 12 km bis Rosenheim. Nach der Abfahrt ist der Straßenbelag sehr gut, ich wiederhole in Gedanken: Gas, Gas, Gas! Ich fahre jetzt Tempo und möchte endlich den Bahnhof in Rosenheim erreichen.  Es ist früh am Nachmittag als ich am Bahnhof in Rosenheim ankommen. Es stellt sich die Frage, heimfahren oder hier übernachten?

Da ich keine Bahnverbindung mit Radmitnahme finde, erledigt sich die Frage von selbst. Um etwas sparsam zu sein suche ich nach einer etwas günstigeren Übernachtungsmöglichkeit. Da es noch früh am Tag ist finde ich ein schönes Zimmer auf einem Bauernhof ca. 3,5 km vom Bahnhof in Rosenheim.  Ich fahre hin und entspanne für den Rest des Tages. Morgen um 6:49 bringt mich dann der IC nach Frankfurt, von wo ich dann mit dem Rad heimfahren werde.

Am Abend schlafe ich zufrieden ein. Die Beine haben gut mitgemacht, nur an der linken Hand habe ich mir den Nerv etwas abgedrückt und der kleine Finger und der Ringfinger sind etwas taub.  1039 km mit 13140 Höhenmeter sind es insgesamt geworden.

Abschließend noch einige Schussfolgerungen zu meiner Ausrüstung:

  1. Die Satteltasche war knapp ausreichend. In Zukunft werde ich die Apidura Expedition Saddle Pack in 9l Größe kaufen. Dann kann ich auch noch einen Reifen mitnehmen und vielleicht einen kleinen Schlafsack.
  2. Für Sommer-Nächte ist das Licht der Sigma Aura 80 zu großem Teil ausreichend. Auf Stufe 2 hält die Leuchte auch die ganze Nacht durch. Ich war sehr beeindruckt. Ganz neu gibt es auch die Sigma Aura 100, würde dies bei Gelegenheit mal testen.
  3. Garmin HRM Dual Brustgurt. In Vergangenheit hatte ich bei langen Fahrten von über 6 Stunden mit dem Polar H10 Brustgurt das Problem, dass die Verbindung zum Garmin EDGE830 verloren ging. Mit dem Garmin Brustgurt hatte ich dieses Problem nicht, die Verbindung war die ganze Zeit der Fahrt stabil.

Meine Packlisten könnt Ihr hier herunterladen.

Nicht zuletzt möchte ich meinem Cousin, der als Redakteur agiert hat, und den Link zu meinem Garmin LiveTrack zum „Dot watching“ hier im Blog immer wieder aktualisiert hat, herzlich danken. Auf weitere Kooperationsprojekte Dr. Alex!

Ebenso möchte ich allen Freunden die das „Dot watching“ verfolgt haben und mir Unterstützungsnachrichten gesendet haben, Leo, Vlad, Dalma, Cristian, Alex, usw., danken.

Relive ‚Peter‘s long distance summer tour 2022‘

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.